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Viele Tarifverträge enthalten so genannte Öffnungsklauseln, die unter verschiedenen Umständen eine Abweichung von Tarifverträgen zulassen. Der genaue Anteil dieser Klauseln ist unbekannt. Es gibt kein Jahr, in dem es keine solchen Klauseln gab. In vielen Branchen haben Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände eine gemeinsame Streitbeilegungsvereinbarung (Schlichtungsvereinbarung) geschlossen. Solche Abwicklungsvereinbarungen legen in der Regel fest, wann die Friedensverpflichtung ausläuft und eine Gewerkschaft daher einen offiziellen Streik ausrufen kann. Sollten die Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag zu keinem Ergebnis führen, können die Tarifparteien das vereinbarte gemeinsame Streitbeilegungsverfahren (Schlichtung) anwenden, um den Ausbruch von Arbeitskampfmaßnahmen zu verhindern. Das Verfahren muss nicht zu einem Kompromiss führen, sondern kann lediglich eine Mediation bewirken. Es gibt kein gesetzliches Mediations- oder Schiedsverfahren. Die Zuständigkeit für die Aushandlung und den Abschluss von Arbeitsverträgen mit einem Arbeitgeber Tarifverträge kann entweder nach dem Tarifvertragsgesetz oder nach dem Entsendegesetz erweitert werden. Im Rahmen des ersten können die Bundes- und die regionalen Arbeitsminister eine Vereinbarung verlängern, wenn die Verlängerung von einem zweiteiligen Lohnausschuss genehmigt wird. Nach dem Entsendegesetz kann der Bundesarbeitsminister auf ein Plädoyer der Tarifpartner reagieren und eine Branchenvereinbarung auf die nationale Ebene ausdehnen. Der Tarifvertrag betrifft rund 900.000 Beschäftigte der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg. Kaiser Permanente ist einer der größten privaten Us-Gesundheitsdienstleister mit über 180.000 Mitarbeitern.

1997 einigten sich das Unternehmen und die Coalition of Kaiser Permanente Unions (CKPU, die damals 57.000 Arbeitnehmer vertrat) auf eine nationale Partnerschaft für Arbeits- und Arbeitsverwaltung (LMP). Diese Vereinbarung würde als Richtschnur für Verhandlungen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Arbeitnehmerbeteiligung sowie zur Verbesserung der Effizienz und Qualität der Dienstleistungen dienen. Das Abkommen hat seitdem die Arbeitsbeziehungen innerhalb von Kaiser Permanente verändert. Im Jahr 2012 verhandelten Kaiser Permanente und die CKPU erfolgreich den damals größten Privaten Tarifvertrag in den USA aus, der Arbeitnehmer in 28 Gewerkschaften in Hunderten von Gesundheitseinrichtungen in neun Bundesstaaten abdeckte. Das Abkommen stärkt das Engagement für Partnerschaft, erhöht die Löhne, schützt und verbessert die Leistungen und sieht Maßnahmen zur Kostenkontrolle vor. Eine tragende Säule des Tarifvertrags ist die gemeinsame Personalentwicklung, zu der auch die Ausbildung gehört. Das Abkommen zielt darauf ab, allen Interessenträgern zu nutzen, indem die Bedingungen für die Arbeitnehmer verbessert und gleichzeitig die Leistung verbessert wird. Die vereinbarte Arbeitszeit wird stark von sektoralen Tarifverträgen beeinflusst, die monatliche oder wöchentliche Arbeitszeiten, Ruhezeiten und Pausen, die Zahl der Feiertage sowie die Stunden Schichtarbeit und Nachtarbeit definieren. Ein Trend ist der Abschluss von Arbeitszeitkonten oder Urlaubsregelungen durch sektorale Tarifverträge.

Auf Betriebsebene spielen die Mitbestimmungsrechte des Betriebsrats und die von den Arbeitnehmervertretern und der Geschäftsleitung geschlossenen Betriebsvereinbarungen die dominierende Rolle bei der Abrechnung von Arbeitszeiten, Überstundenregelungen, flexiblen Arbeitszeitregelungen und mobilem Arbeiten. Eine allgemeine Herausforderung war der Rückgang der Mitgliederzahlen in Arbeitgeberorganisationen aufgrund von Schwierigkeiten bei der Organisation junger Einrichtungen, kleiner und mittlerer Unternehmen und Unternehmen in jungen Wirtschaftssektoren.